XPS-Dateien – erste Erfahrungen
Ute Simon am 9. Juli 2007 um 15:54Eigentlich wollte ich über die neuen ClearType-Schriften in Office 2007 bloggen. Nur noch schnell ein paar zusätzliche Informationen von der Microsoft-Typography-Webseite, holen. Und plötzlich stand ich vor einer kleinen Hürde, denn die Beispieldateien, die man dort herunterladen kann, haben schon das neue XPS-Format. Und da ich in dem Moment mit Windows XP und Internet Explorer 6 im Web unterwegs war, wurde mir angezeigt, dass auf meinem Rechner kein Programm zum Öffnen dieses Dateityps installiert sei.
Aber Microsoft ist sich wohl bewusst, dass dieses neue Dateiformat noch wenig verbreitet und wenig bekannt ist und lieferte einen Link zu einer Übersicht über Möglichkeiten, XPS-Dateien anzuschauen, gleich mit. Demnach gibt es derzeit drei Möglichkeiten:
- Windows Vista: Es ist kein zusätzlicher Download erforderlich; XPS-Dateien werden im Internet Explorer 7 geöffnet
- Windows XP oder Windows Server 2003 mit Microsoft .Net Framework 3.0: .Net ermöglicht, XPS-Dateien im Internet Explorer 6 (oder höher) zu öffnen.
- Nur Windows XP oder Windows Server 2003: Microsoft Core XML Services 6.0 und das Microsoft XPS Essentials Pack (beide kostenlos und auf Deutsch verfügbar) müssen installiert werden, XPS-Dateien werden in einem XPS-Viewer angezeigt und können aus jeder beliebigen Anwendung heraus erstellt werden.
Ich habe die letztgenannte Alternative gewählt, die Installation dauerte nur wenige Minuten und die XPS-Dateien erscheinen nun mit ihrem Symbol, einem blauen Papierflieger, im Explorer. Ich war positiv überrascht von der guten Darstellungsqualität dieser Beispieldokumente.
Aber vielleicht fragen Sie sich, was XPS überhaupt ist und welche Vorteile es bringt? XPS steht für XML Paper Specification, es ist quasi ein “elektronisches Papier”, das Dokumente auf dem Bildschirm und im Druck genau so darstellt, wie es der Autor vorgesehen hat. Wer schon mal erlebt hat, wie sich die Seiteneinteilung eines Office-Dokuments auf einem fremden Rechner aufgrund eines unterschiedlichen Standarddruckers verschoben hat, wird dies zu schätzen wissen.
Damit ist Microsoft XPS mit Adobe PDF vergleichbar und hat ungefähr dieselben Einsatzbereiche. Während PDF auf dem gleichen Grafikmodell basiert wie PostScript und transparente Bereiche in Grafiken deshalb oft nicht zufriedenstellend wiedergegeben wurden, basiert XPS auf XML und soll deshalb für die ebenfalls auf XML basierenden Office-Dokumente gut geeignet sein. Dies ist wichtig bei der Umwandlung von PowerPoint 2007-Dateien in XPS, damit Softschatten und Spiegelungen gut aussehen.
Natürlich habe ich auch das Office 2007-Add-In zum Erstellen von PDF oder XPS installiert und ausprobiert. Mit Office-Schaltfläche – Speichern unter – XPS kann man zwischen zwei Qualitäten wählen: Standard (Onlineveröffentlichung und Drucken) und Mindestgröße (nur Veröffentlichung). Die Umwandlung geht schnell, aber die Dateigrößen haben mich überrascht:
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Ausgangsdatei: |
Eine Präsentation mit 12 Folien, PPTX-Format, viele transparente Grafiken und Spiegelungen |
655 KB |
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XPS-Datei (Standard): |
Die Wiedergabe der Grafiken ist gut, die Spiegelungen sind etwas schwächer als im Original |
5318 KB |
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XPS-Datei (Mindestgröße): |
Transparenzen und Spiegelungen werden auch hier umgesetzt, in Farbverlaufsflächen sind Stufen zu erkennen |
1716 KB |
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Fazit: Die Qualität der XPS-Dateien ist gut und dem PDF-Format teilweise überlegen (aber dazu in einem späteren Blog-Beitrag mehr), die Dateigröße mit dem 8fachen der ursprünglichen Dateigröße aber leider ein Nachteil.
P.S.: Den ursprünglich geplanten Blogbeitrag über die ClearType-Schriften werde ich natürlich demnächst noch nachreichen.